Warum ich diesen Artikel schreiben muss
Dieser Artikel fällt mir nicht leicht.
Eigentlich gehöre ich zu den Menschen, die lieber Lösungen schaffen, als über Probleme zu sprechen. Die lieber arbeiten, als lange zu erklären, warum etwas schwierig ist. In den letzten Jahren habe ich genau das getan.
Seit der Gründung von AmMiGoo im Jahr 2020 habe ich nahezu jeden Tag an diesem Unternehmen gearbeitet. Oft weit mehr als acht Stunden, häufig zwölf oder vierzehn Stunden täglich. Nicht weil ich musste, sondern weil ich an das geglaubt habe, was ich aufbauen wollte.
AmMiGoo entstand ursprünglich aus der Idee heraus, gebrauchten Produkten ein zweites Leben zu geben. Besonders im Bereich Logitech-Ersatzteile gab und gibt es einen großen Bedarf. Statt funktionierende Geräte wegen eines kleinen Defekts zu entsorgen, können sie mit dem passenden Ersatzteil oft viele weitere Jahre genutzt werden.
Was als Idee begann, entwickelte sich über die Jahre zu deutlich mehr.
Ein eigener Onlineshop.
Ein erfolgreicher eBay-Shop.
Ein großes Ersatzteillager.
Eine neue Betriebsstätte.
Tausende Artikel.
Unzählige Arbeitsstunden.
Und vor allem viele zufriedene Kunden.
Doch hinter all dem steckt eine Realität, die viele Menschen nicht sehen.
Ich lebe seit meiner Kindheit mit den Folgen einer schweren Erkrankung. Nach einer Nierentransplantation begleiten mich bis heute die Auswirkungen der notwendigen Medikamente und der gesundheitlichen Belastungen. Dazu gehören unter anderem eine erhöhte Stressempfindlichkeit, starke Müdigkeit, körperliche Erschöpfung und weitere Einschränkungen, die sich im Alltag bemerkbar machen.
Trotzdem habe ich viele Jahre versucht, alles gleichzeitig zu schaffen.
Einkauf.
Verkauf.
Versand.
Kundenservice.
Entwicklung.
Marketing.
Lager.
Buchhaltung.
Organisation.
Im Jahr 2024 hat mein Bruder das Unternehmen verlassen und mir seine Anteile übergeben. Seitdem liegt die Verantwortung für AmMiGoo vollständig bei mir.
Darauf bin ich stolz.
Gleichzeitig musste ich erkennen, dass ein Mensch nicht unbegrenzt belastbar ist.
In den vergangenen Monaten sind die Herausforderungen größer geworden. Offene Rechnungen, finanzielle Belastungen, bürokratische Anforderungen und gesundheitliche Grenzen haben dazu geführt, dass ich mir eine wichtige Frage stellen musste:
Wie soll es weitergehen?
Lange Zeit war meine Antwort immer dieselbe.
Mehr arbeiten.
Noch länger durchhalten.
Noch mehr Verantwortung übernehmen.
Doch inzwischen weiß ich, dass das keine nachhaltige Lösung ist.
Nicht für mich.
Nicht für meine Familie.
Und nicht für die Zukunft von AmMiGoo.
Deshalb habe ich mich entschieden, diesen Artikel zu schreiben.
Nicht um Mitleid zu erzeugen.
Nicht um Ausreden zu suchen.
Sondern um offen und transparent über die aktuelle Situation zu sprechen.
AmMiGoo hat in den vergangenen Jahren viel erreicht. Darauf bin ich dankbar und stolz.
Gleichzeitig steht das Unternehmen heute an einem Wendepunkt.
Meine gesundheitliche Situation zwingt mich dazu, neue Wege zu gehen.
Neue Wege für AmMiGoo.
Neue Wege für die Zukunft.
Und neue Wege für eine Vision, die mich bereits seit meiner Kindheit begleitet.
Über diese Vision, über die Geschichte hinter AmMiGoo und darüber, warum sich in den kommenden Monaten vieles verändern wird, möchte ich in dieser Blog-Serie offen berichten.
Vielen Dank an alle Menschen, die AmMiGoo in den vergangenen Jahren begleitet, unterstützt und ihr Vertrauen geschenkt haben.
Diese Geschichte ist noch nicht zu Ende.
Vielleicht beginnt sie gerade erst.
